Lani wollte eine natürliche Geburt. Nach über 30 Stunden Wehen, einer PDA die kaum wirkte und einem Sternengucker-Baby, das sich nicht drehen wollte, kam ihr Sohn per Kaiserschnitt zur Welt. In Podcast Folge 1 erzählt sie alles – offen, ehrlich und ohne Schönfärberei.
Was ist ein Sternengucker-Baby?
Ein Sternengucker-Baby – medizinisch als okzipitoposteriore Lage (OP-Lage) bezeichnet – liegt zwar mit dem Kopf nach unten, aber mit dem Gesicht nach oben, zur Bauchdecke der Mutter hin. In der optimalen Geburtsposition schaut das Baby nach hinten, also zur Wirbelsäule der Mutter. Beim Sternengucker ist das umgekehrt.
- Der Kopfdurchmesser, der durch das Becken muss, ist durch die Haltung größer
- Die Wehen sind häufig sehr intensiv, aber bringen wenig Fortschritt
- Typisch: starker Rückenschmerz als dominantes Wehengefühl
- Manche Babys drehen sich noch während der Geburt – bei anderen bleibt die Lage
- Dreht sich das Baby nicht: erhöhtes Risiko für Geburtsstillstand und Kaiserschnitt
Bei Lani führte genau das dazu, dass die Geburt nach mehr als 30 Stunden nicht voranging – ihr Sohn lag verkantet und konnte sich nicht drehen. Die Entscheidung für den Kaiserschnitt fiel gemeinsam mit dem medizinischen Team.
Lanis Geburt – 30 Stunden und ein Wendepunkt
Lani hatte sich intensiv auf die Geburt vorbereitet. Ihr Geburtsvorbereitungskurs hatte sie auf eine natürliche Geburt eingestimmt – der Kaiserschnitt kam im Kurs kaum vor. Das sollte sich als Lücke herausstellen.
- Über 30 Stunden Wehen – intensiv, mit wenig Pause
- Schmerzmittel (Meptid) – erste Erleichterung, aber keine dauerhafte Lösung
- PDA gesetzt – wirkte kaum, weil das Sternengucker-Baby den Druck ungünstig verteilte
- Wehentropf – kein ausreichender Fortschritt
- Lagewechsel und weitere Versuche – ohne Ergebnis
- Geburtsstillstand – das Baby lag verkantet und konnte nicht tiefer treten
- Gemeinsame Entscheidung für den Kaiserschnitt
Bei einer OP-Lage drückt der Hinterkopf des Babys gegen die Wirbelsäule der Mutter. Das verändert die Schmerzverteilung und kann die Wirkung der PDA beeinflussen. Der typische Schmerz sitzt dann nicht vorne, sondern im Rücken – und wird von der PDA oft schlechter abgedeckt.
Der Kaiserschnitt im OP
Obwohl Lani zunächst Angst vor dem Eingriff hatte, erlebte sie die Spinalanästhesie im OP als Erleichterung. Nach 30 Stunden Wehen war der Schmerz endlich weg. Innerhalb weniger Minuten war ihr Sohn da.
Es war nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe – aber es war unser Weg, und er war richtig.Lani, Personal Trainerin, Berlin – Podcast Folge 1
- Die Spinalanästhesie wirkte schnell und vollständig – endlich keine Schmerzen
- Ihr Partner war dabei – das war ihr wichtig und möglich
- Die Atmosphäre im OP war ruhig und professionell
- Ihr Sohn war innerhalb weniger Minuten da
- Das erste Bonding fand noch im OP statt – ein starker Moment, anders als erwartet
Bonding, Stillen und die ersten Wochen nach dem Kaiserschnitt
Die ersten Wochen nach der Geburt beschreibt Lani als schmerzhaft und herausfordernd – aber auch als Zeit, in der sie viel Unterstützung erfahren hat. Besonders wertvoll war das Familienzimmer in der Klinik und die Nachsorge durch ihre Hebamme.
Stillen mit Stillhütchen
Das Anlegen klappte anfangs nicht ohne Hilfe. Lani nutzte Stillhütchen – und empfand das nicht als Versagen, sondern als praktische Lösung. Eine Einstellung, die ihr geholfen hat: Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg beim Stillen.
- Familienzimmer in der Klinik – Partner war die ganze Zeit da
- Hebamme die sich nicht nur ums Baby, sondern auch um Lani gekümmert hat
- Hilfe beim Stillen und bei der Narbenpflege direkt nach der Geburt
- Rückbildungsbegleitung durch die Hebamme
- Annehmen von Unterstützung – ohne schlechtes Gewissen
Wenn Kommentare verletzen – Lanis Umgang mit Vergleichen von außen
Nach der Geburt kamen die Kommentare. Wie sie so oft kommen. Andere hätten ein Sternengucker-Baby vaginal entbunden. Ob sie es wirklich versucht hätte. Ob es wirklich nötig gewesen wäre.
Solche Vergleiche haben sie verletzt – und sie sind falsch. Jede Geburt ist individuell. Lanis Entscheidung war richtig für sie und ihren Sohn. Heute hat sie ihren Frieden damit gefunden – und würde denselben Weg wieder gehen.
Jede Geburt ist einzigartig. Schuldgefühle sind fehl am Platz.Lani – Podcast Folge 1
Lanis Tipps für andere Mamas
- Gut informieren: Auch wenn ein Kaiserschnitt nicht geplant ist, lohnt es sich, den Ablauf zu kennen – das nimmt die Angst
- Eigenes Tempo akzeptieren: Heilung braucht Zeit – körperlich wie seelisch. Kein Vergleich mit anderen
- Unterstützung annehmen: Familienzimmer, Hebamme, Partner – all das ist keine Schwäche
- Vergleiche vermeiden: Jede Geburt ist einzigartig. Die wichtigste Frage lautet: Mutter und Kind sind gesund
- Klinikwahl: Eine familiäre, gut begleitende Klinik macht einen riesigen Unterschied

